Luwian-Studies

Künstlerische Rekonstruktion des spätbronzezeitlichen Troja (VIIa) nach der Beschreibung von Guido de Columnis, Historia Destructionis Troiae (5.100-245) aus dem Jahr 1287
(© Christoph Haußner)

LETZTE NEWS

  • Professor Christian Marek zu Besuch bei Luwian Studies

    Professor Christian Marek, Althistoriker, Epigraphiker und Autor des Standardwerks Geschichte Kleinasiens in der Antike besuchte das Team von Luwian Studies und sagte anschließend: „Ein Besuch  Read more ...

  • Wissenschaftlicher Artikel fasst Hauptideen von Luwian Studies zusammen

    Im Nachgang zum 11. Internationalen Kolloquium der Heinrich-Schliemann-Gesellschaft im September 2015 erschien soeben der Sammelband der Vorträge. Ein 36-seitiger Artikel (in deutscher Sprache) fasst die  Read more ...

  • Vorträge über die Luwier an Universitäten von Izmir, Kocaeli und Denızlı

    Vom 7. bis 10 März hielt Dr. Eberhard Zangger, Präsident von Luwian Studies, eine Reihe von Vorträgen über die luwische Zivilisation auf Einladung der Universität  Read more ...

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Eine neue Sicht der Ägäischen Frühgeschichte

Diese Website lädt Sie zu einer Reise in die Vergangenheit ein: in die Zeit, als die sogenannten Seevölker die Küsten des östlichen Mittelmeers verunsicherten und griechische Helden aufbrachen, das sagenhafte Troja zu erobern. Ein großer Teil der Zivilisationen um das östliche Mittelmeer ging in wenigen Jahren kurz nach 1200 v. Chr. zugrunde. Hier finden Sie zum ersten Mal eine zusammenhängende Rekonstruktion dessen, was seinerzeit passiert sein könnte. Statt Naturkatastrophen und unbekannten Invasoren nimmt hier ein bisher weitgehend unbekanntes Volk, die Luwier, eine Schlüsselrolle beim damaligen Kultureinbruch ein. Sobald die Bedeutung der Luwier besser erkannt ist, wird sich manches große Rätsel der Mittelmeerarchäologie plötzlich wie von selbst lösen.

Im ganzen 2. Jt. v. Chr. lebten Völker mit einer luwischen Muttersprache in großen Teilen Kleinasiens. Sie waren Zeitgenossen, Handelspartner und zeitweise auch Gegner der bestens bekannten minoischen, mykenischen und hethitischen Bewohner Griechenlands und Kleinasiens.

Die Menschen im luwischen Kulturkreis in Kleinasien besaßen allerdings die Schriftkenntnis, mindestens 500 Jahre bevor sie an mykenischen Palästen in Griechenland Verbreitung fand. Und als die Schreibkunst am Ende der Bronzezeit in Griechenland wieder verloren ging, blieb sie in Luwien noch für ein halbes Jahrtausend erhalten. Im 19. Jh. entdeckten europäische Gelehrte diese luwischen Schriftzeichen lange vor den ersten mykenischen, minoischen und hethitischen Dokumenten.

Das Territorium, das luwischsprechende Bevölkerungsgruppen bewohnten, war etwa dreimal so groß wie das Kerngebiet der mykenischen Zivilisation und fünfmal so groß wie das der hethitischen. Wir kennen schon jetzt ungefähr so viele luwische Siedlungsplätze wie mykenische, minoische und hethitische zusammen. Die weltweit erste prähistorische Fundstätte, die großflächig ausgegraben wurde, war die luwische Königsburg Troja – die heute noch als die wichtigste Schichtfundstätte der Welt gilt.


Und doch sind die Luwier archäologisch vollkommen unbekannt geblieben. Sie tauchen auf keiner politischen Karte der ägäischen Bronzezeit auf, und es gibt bis heute kaum Prähistoriker, die öffentlich sagen würden, dass die Luwier jemals wirtschaftliche und politische Macht besaßen.


Welche Anregungen und Erkenntnisse liefert Luwian Studies?

  • Die archäologische Forschung hat bis heute einen ganzen Kulturkreis im Westen der Türkei übersehen.
  • 340 Siedlungsplätze dieses luwischen Kulturkreises, die während fast des gesamten 2. Jt. v. Chr. bewohnt waren, sind erstmals systematisch erfasst. [mehr]
  • Das Ende der Bronzezeit um 1200 v. Chr. lässt sich als eine Abfolge von drei unterschiedlich gearteten Kriegen erstmals umfassend und plausibel erklären. [mehr]
  • Die Stadt Troja ist noch immer nicht entdeckt. Sie liegt in 5-6 Meter Tiefe in der Schwemmlandebene des Skamander-Flusses unterhalb der Burg Ilion verschüttet, deren ausgegrabene Ruinen heute eine Touristenattraktion sind. [mehr]
  • Der Troja-Mythos, der von der Antike bis ins Mittelalter bestand, stützt sich auf echte Erinnerungen an die bronzezeitliche Stadt, die in antiken und mittelalterlichen Texten zum Teil sogar bis heute erhalten sind. [mehr]
  • Die Vergangenheit war wie die Gegenwart von Politik, Wirtschaft und Technologie bestimmt. Wenn wir vergangene Kulturen besser verstehen wollen, müssen diese Aspekte genauer untersucht werden. [mehr]
  • Archäologie formierte sich in einer Zeit, als sich Europa des Osmanischen Reiches zu erwehren suchte. Bis ins 20. Jh. entstanden Lehrmeinungen mit dem Ziel, Europa auf- und Kulturen auf türkischem Boden abzuwerten. [mehr]

Interaktive Karte der luwischen Kultur (ca. 1800–1200 v. Chr.)

Der Begriff „luwisch“ wird hier verwendet, um Bevölkerungen und Orte des 2. Jt. v. Chr. zu bezeichnen, die eindeutig weder dem mykenischen Herrschaftsgebiet im südlichen Griechenland noch dem Hethiterreich im Zentrum von Kleinasien zuzuordnen sind. Nach dieser Definition war praktisch ganz Westanatolien von Leuten bewohnt, die wir als Luwier bezeichnen.

Map showing the topography of western Anatolia
Map showing the relief of western Anatolia
Map showing the distribution of alluvial soil in western Anatolia
Map showing the rivers and lakes of western Anatolia in the Late Bronze Age
Map showing known routs in western Anatolia in the Late Bronze Age
Map showing the distribution of settlements in western Anatolia in the Late Bronze Age
Map showing the distribution of minerals in western Anatolia in the Late Bronze Age
1_Garstang 1959
4_Macqueen 1968
3_Mellaart 1993
6_Starke 2002
5_Woudhuizen 2015
2_Alparslan 2015
Relief
Talauen
Flüsse und Seen
Handelswege
Siedlungsplätze
Bodenschätze
Garstang 1959
Macqueen 1968
Mellaart 1993
Starke 2002
Woudhuizen 2015
Alparslan 2015

In den letzten Jahren haben Forscher der Stiftung Luwian Studies die ausgedehnten archäologischen Siedlungsplätze in dieser Region registriert, die bereits in der wissenschaftlichen Literatur erwähnt werden. Bei dieser Arbeit wurden Satellitenbildanalysen, Geländebegehungen und Geografische Informationssysteme (GIS) eingesetzt.

Die wichtigsten geografischen Eigenschaften von Westkleinasien werden in dieser Karte sichtbar gemacht und können einzeln aktiviert werden. Die Namen der Kleinstaaten in dieser Region sind aus hethitischen Dokumenten gut bekannt. Ihre Anordnung ist hingegen unter Wissenschaftlern umstritten. Deswegen stehen verschiedene Modelle zur Auswahl.

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