Künstlerische Rekonstruktion des spätbronzezeitlichen Troja (VIIa) nach der Beschreibung von Guido de Columnis, Historia Destructionis Troiae (5.100-245) aus dem Jahr 1287 (© Christoph Haußner)
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Luwier-Theorie und Seevölkerstürme: Eine Abfolge der Ereignisse
Im Spiegel-Artikel über die Enthüllungen im ehemaligen Arbeitszimmer von James Mellaart schreibt der Redakteur Frank Thadeusz über die Ideen von Eberhard Zangger: „Seine mit viel…
Interview mit Eberhard Zangger zum „Spiegel“-Artikel „Schrumpliger Luftballon“
Lange Zeit hatte man den Eindruck, die „Spiegel“-Redaktion sei von Ihren Thesen rund um Troja und die Luwier vorbehaltlos begeistert. Nun hat Frank Thadeusz im…
Buchbesprechung „Die luwische Kultur“
Der Herausgeber der Fachzeitschrift „Folia Orientalia“, der polnische Sprachwissenschaftler Professor Tomasz Polański, hat soeben eine Buchbesprechung von „Die luwische Kultur – Das…
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Great Keynote lecture by David Anthony of @HartwickCollege on the origins of Indo-European, combining day from linguistics, archaeology and human genomics @RM_Oudheden @UniLeiden, supported by @NWagenda @Luris_NL @LUCL_Leiden

Interesting ideas re LBA Thrace, though difficult to assess their accuracy based on this paper alone. Does anyone know of additional publications on this site? https://t.co/ErDMynJprA

Very pleased to announce a lecture by prof David Anthony on the origins of the Indo-Europeans on 7 November @RM_Oudheden, organized with help from @NWagenda @NWO_SSH @UniLeiden @Luris_NL @LeidenPlusWeek https://t.co/077yvpkuFr

Eine neue Sicht der Ägäischen Frühgeschichte

Diese Website lädt Sie zu einer Reise in die Vergangenheit ein: in die Zeit, als die sogenannten Seevölker die Küsten des östlichen Mittelmeers verunsicherten und griechische Helden aufbrachen, das sagenhafte Troja zu erobern. Ein großer Teil der Zivilisationen um das östliche Mittelmeer ging in wenigen Jahren kurz nach 1200 v. Chr. zugrunde. Hier finden Sie zum ersten Mal eine zusammenhängende Rekonstruktion dessen, was seinerzeit passiert ist. Statt Naturkatastrophen und unbekannter Invasoren nimmt nun die Bevölkerung einer bisher weitgehend unbekannten Region, nämlich Westkleinasien, eine Schlüsselrolle beim damaligen Kultureinbruch ein.

Im ganzen 2. Jt. v. Chr. lebten Völker mit einer luwischen Muttersprache in großen Teilen Kleinasiens. Sie waren Zeitgenossen, Handelspartner und zeitweise auch Gegner der bestens bekannten minoischen, mykenischen und hethitischen Bewohner Griechenlands und Kleinasiens.

 

Die Menschen im luwischen Kulturkreis in Kleinasien besaßen allerdings die Schriftkenntnis mindestens 500 Jahre vor dem mykenischen Griechenland. Und als dort die Schreibkunst am Ende der Bronzezeit wieder verloren ging, blieb sie unter den Luwiern noch für ein halbes Jahrtausend erhalten. Im 19. Jh. entdeckten europäische Gelehrte diese luwischen Schriftzeichen lange vor den ersten mykenischen, minoischen und hethitischen Dokumenten.

Vor 3200 Jahren zerstörten mysteriöse Seevölker die Länder am Mittelmeer. Seit Generationen rätseln Archäologen über den Kultureinbruch ungeheuren Ausmaßes. Vieles deutet darauf hin, dass die Staaten im Westen Kleinasiens zum Untergang beitrugen.
Welche Anregungen und Erkenntnisse liefert Luwian Studies?
  • Die archäologische Forschung hat bis heute einen ganzen Kulturkreis im Westen der Türkei übersehen.
  • Über 400 Siedlungsplätze dieses luwischen Kulturkreises, die während fast des gesamten 2. Jt. v. Chr. bewohnt waren, sind erstmals systematisch erfasst worden. [mehr]
  • Das Ende der Bronzezeit um 1200 v. Chr. lässt sich als eine Abfolge von drei unterschiedlich gearteten Kriegen erstmals umfassend und plausibel erklären. [mehr]
  • Die Stadt Troja ist noch immer nicht entdeckt. Sie liegt in 5-6 Meter Tiefe in der Schwemmlandebene des Skamander-Flusses unterhalb der Burg Ilion verschüttet, deren ausgegrabene Ruinen heute eine Touristenattraktion sind. [mehr]
  • Der Troja-Mythos, der von der Antike bis ins Mittelalter bestand, stützt sich auf echte Erinnerungen an die bronzezeitliche Stadt, die in antiken und mittelalterlichen Texten zum Teil sogar bis heute erhalten sind. [mehr]
  • Die Vergangenheit war wie die Gegenwart von Politik, Wirtschaft und Technologie bestimmt. Wenn wir vergangene Kulturen besser verstehen wollen, müssen diese Aspekte genauer untersucht werden. [mehr]
  • Archäologie formierte sich in einer Zeit, als sich Europa des Osmanischen Reiches zu erwehren suchte. Bis ins 20. Jh. entstanden Lehrmeinungen mit dem Ziel, Europa auf- und Kulturen auf türkischem Boden abzuwerten.
Westkleinasien um 1200 v. Chr.

Die wissenschaftliche Disziplin „Ägäische Frühgeschichte“ entstand ab etwa 1920. Seither unterscheiden Archäologen verschiedene Kulturkreise in den Ländern um die Ägäis: einen minoischen auf Kreta, einen mykenischen in Südgriechenland, einen kykladischen auf den Inseln der Ägäis und einen hethitischen in Zentralkleinasien.

Dieses Modell hat jedoch eine große Region zu wenig berücksichtigt: den Westen Kleinasiens, wo der überwiegende Teil der Bevölkerung Luwisch sprach. Es liegt daher nahe, dem minoischen, dem mykenischen und dem hethitischen Kulturkreis einen „luwischen“ zur Seite zu stellen – als Sammelbegriff für die Königreiche im Westen Kleinasiens.