Die Wahrheit über James Mellaart

Über ein halbes Jahrhundert lang stand zur Diskussion, ob der englische Prähistoriker James Mellaart (1925-2012) Zeichnungen bestimmter Artefakte und angeblich spätbronzezeitlicher Dokumente erfunden haben könnte. Bei einer Durchsicht seines Nachlasses im Februar 2018 stießen Alan Mellaart, der Sohn und Erbe von James Mellaart, und Eberhard Zangger auf Material, das keinen Zweifel mehr offen lässt: James Mellaart lebte jahrzehntelang in einer Phantasiewelt!

James Mellaart war ohne Zweifel einer der großen Pioniere der Archäologie in Anatolien. Er entdeckte und erschloss fast im Alleingang das Neolithikum Kleinasiens und führte Ausgrabungen in Beycesultan, Hacılar und Çatalhöyük durch. Die Fundstücke daraus zählen zu den Highlights der archäologischen Museen der Türkei.

Die Entdeckung, dass James Mellaart zusätzlich zu den echten Funden aus seinen Ausgrabungen auch in großem Umfang Zeichnungen und Texte erfunden hat, war nur möglich, weil er nicht nur die zur Publikation bestimmten Endprodukte seines kreativen Schaffens aufbewahrt hatte, sondern auch die Entwürfe.

Die wissenschaftliche Diskussion des im Nachlass von James Mellaart gefundenen Materials ist jetzt erschienen (https://luwianstudies.academia.edu/EZangger). Zusätzlich stehen auch leicht verständliche Kurzfassungen der Ergebnisse auf Deutsch und Türkisch zur Verfügung.