{"id":17505,"date":"2021-11-17T21:21:48","date_gmt":"2021-11-17T20:21:48","guid":{"rendered":"https:\/\/neu.luwianstudies.org\/eine-verstaendliche-einfuehrung-in-das-lebenswerk-von-fred-woudhuizen\/"},"modified":"2025-07-13T13:58:49","modified_gmt":"2025-07-13T11:58:49","slug":"eine-verstaendliche-einfuehrung-in-das-lebenswerk-von-fred-woudhuizen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/luwianstudies.org\/de\/eine-verstaendliche-einfuehrung-in-das-lebenswerk-von-fred-woudhuizen\/","title":{"rendered":"Eine verst\u00e4ndliche Einf\u00fchrung in das Lebenswerk von Fred Woudhuizen"},"content":{"rendered":"<p>Das Lebenswerk des im September 2021 verstorbenen Forschers Frederik Woudhuizen besteht aus 25 B\u00fcchern und \u00fcber 100 wissenschaftlichen Artikeln. Woudhuizen hat Entzifferungen f\u00fcr Schriftsysteme vorgeschlagen, die allgemein als nicht entziffert gelten, darunter die kretischen Hieroglyphen, die Byblos-Schrift, Linear A und die kypro-minoische Schrift. Praktisch alle Arbeiten Woudhuizens stehen miteinander in einem Zusammenhang, so dass sich daraus ein in sich koh\u00e4rentes System der fr\u00fchen mediterranen Schriftsysteme herleiten l\u00e4sst. Um dieses System leichter zug\u00e4nglich und begreiflicher werden zu lassen, begann der Schweizer Geoarch\u00e4ologe Eberhard Zangger im Sommer 2020 damit, mit Fred Woudhuizen Gespr\u00e4che zu den unterschiedlichsten Aspekten von dessen Forschung zu f\u00fchren. Dieses Buch, das Fred Woudhuizen noch bis zur Drucklegung begleitet hat, pr\u00e4sentiert auf 255 Seiten die Hauptthemen dieser Interviews. Mit Hilfe von Fred Woudhuizens eigenen Aussagen werden Zusammenh\u00e4nge ersichtlich, die zuvor im Verborgenen blieben. Die Leser erhalten so Zugang zur Denkweise eines Forschers, dessen Werk zu seinen Lebzeiten zum gro\u00dfen Teil unverstanden blieb.      <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Conversations about Space and Time: Early Mediterranean Scripts<\/h5>\n<p>Frederik C. Woudhuizen und Eberhard Zangger<br \/>\nNovember 2021<br \/>\nIstanbul: Ege Yay\u0131nlar\u0131<br \/>\nISBN \/ ISSN: 9786057673930<br \/>\nSprache: Englisch<br \/>\n255 Seiten<br \/>\n63 Farbabbildungen<br \/>\n21 x 15 cm<br \/>\nKartonierter Einband<br \/>\nGewicht: 474 gr<br \/>\n<a href=\"https:\/\/zerobooksonline.com\/urun\/Early-Mediterranean-Scripts-Conversations-about-Space-and-Time-4199\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">https:\/\/www.zerobooksonline.com\/en\/product\/url\/early-mediterranean-scripts<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Kommentiertes Inhaltsverzeichnis<\/h5>\n<p><strong>Wie funktionieren Entzifferungen?<\/strong><br \/>\nWas bedeuten die Begriffe mediterrane Vor- und Fr\u00fchgeschichte? Die Vorteile interdisziplin\u00e4rer Arbeit. Verkn\u00fcpfen der Beweise. Wie Michael Ventris Linear B entschl\u00fcsselte \u2013 und warum Alice Kober das nicht gelungen w\u00e4re. Aus jedem Durchbruch kann man lernen, aber ein Erfolgsrezept gibt es nicht. Jedes Mal wird ein anderer Werkzeugsatz ben\u00f6tigt. Wichtiger ist, was nach der Entzifferung kommt. Aus dem Etruskischen gibt es die meisten Dokumente \u2013 und alle k\u00f6nnen gelesen werden. Herausforderungen im Umgang mit luwischen Hieroglyphen. Eine \u00dcbersicht \u00fcber die in diesem Buch behandelten Schriftsysteme. Erfolge und Misserfolge von Arthur Evans. Die Chronologie sollte korrigiert werden.           <\/p>\n<p><strong>Wellen der Indogermanisierung im Mittelmeer<br \/>\n<\/strong>Warum Indogermanische Studien keineswegs r\u00e4tselhaft sind. Erste Bewegungen in der Steppe. Pferd, Wagen und Bronze kommen zum Einsatz. Pelasger breiten sich \u00fcber die \u00c4g\u00e4is aus. Zwei Gruppen von Indoeurop\u00e4isch Sprechenden verbreiten sich um 2300 v. Chr. Die Luwier erreichen Anatolien \u2013 die Hethiter auch. Indoarier und Hyksos in der Levante und in \u00c4gypten. Die griechische Sprache erreichte Griechenland erst 1650 v. Chr. Auf Kreta bl\u00fchte eine multiethnische Gesellschaft. Konflikte mit Einwanderern sind nichts Neues. Die \u00e4ltesten Sprachen in Iberien, Italien, dem Balkan und Anatolien.          <\/p>\n<p><strong>Die fr\u00fchesten kretischen Schriften<br \/>\n<\/strong>Zuerst kamen die akkadische Keilschrift und die \u00e4gyptischen Hieroglyphen. Tausend Jahre sp\u00e4ter erscheinen hieroglyphische Schriften in Anatolien und auf Kreta. Es gibt eine Beziehung! Linear A ist semitisch. Der Diskus von Phaistos stellt eine sp\u00e4te Form der kretischen Hieroglyphen dar. Die Forschung hat an Schwung verloren. Gibt es einen Kontext f\u00fcr Atlantis?      <\/p>\n<p><strong>Der dauerhafte Erfolg der luwischen Hieroglyphen<br \/>\n<\/strong>Luwische Hieroglyphen sind seit 200 Jahren bekannt. Die Entzifferung erfolgte inkrementell. Endlich fand man eine Bilingue. Verschiedene Arten der Transkription. Die alte Lesart, die neue Lesart und die angepasste alte Lesart. Das R\u00e4tsel der gro\u00dfen Inschrift \u201eBeyk\u00f6y 2\u201c. In der realen Welt erscheint ein Schriftzeichen, das zuvor als Hinweis f\u00fcr F\u00e4lschung galt. T\u00fcrkmen-Karah\u00f6y\u00fck und die Frage seiner Datierung.       <\/p>\n<p><strong>Byblos braucht eine eigene Schrift<br \/>\n<\/strong>Wie sah die Situation 1700 v. Chr. aus? Warum Byblos sein eigenes Schriftsystem brauchte. Bisherige Entzifferungsversuche. Jan Best und Fred Woudhuizen zerstreiten sich. Jan Best verdient Anerkennung! Kollegen halten die Entzifferung f\u00fcr spekulativ.     <\/p>\n<p><strong>Ein Admiral aus Zypern ruft um Hilfe<br \/>\n<\/strong>Es gibt ausf\u00fchrliche und gut erhaltene Dokumente aus Zypern. Was die kypro-minoische Schrift wirklich ist. Verwaltungsbeamte f\u00fchrten Buch \u00fcber Waren im Transit. Die hethitischen Herrscher verlangten Steuern. Nichts geht \u00fcber sorgf\u00e4ltige Buchhaltung. Handelsrouten werden ersichtlich. \u00dcber den Wert des akrophonischen Prinzips. Die Tontafel 1687 aus Enkomi ist ein Hilferuf. Die Seev\u00f6lker kommen \u2013 aus Troja!        <\/p>\n<p><strong>Herkunft und Motive der Seev\u00f6lker<br \/>\n<\/strong>Die politische Situation nach 1250 v. Chr. Zypern wird von den Hethitern annektiert. Die Hethiter erhoben in erster Linie Steuern. Alle betrachteten die Lukka als St\u00f6renfriede. Mindestens neun St\u00e4mme schlie\u00dfen sich zusammen. Mehrere Seev\u00f6lker stammen aus Westkleinasien. War auch das zentrale Mittelmeer beteiligt? Fred pr\u00e4sentiert seine Rekonstruktion; Eberhard sieht das anders.       <\/p>\n<p><strong>Die Etrusker kamen aus Kleinasien<br \/>\n<\/strong>Etruskisch konnte zwar gelesen werden, wurde aber nicht verstanden. Viele Versuche sind gescheitert. Ein Schriftzeichen stammt aus Lydien. Es gibt eine Bilingue \u2013 und sie ist sogar aus Gold! Ein ganzes Buch in etruskischer Sprache. Die Lemnos-Stele ist nicht ganz etruskisch. Etruskologen sind bestrebt, europ\u00e4ische Wurzeln zu belegen. Sprechen manche Schweizer Etruskisch? Etruskisch ist ein kolonialer luwischer Dialekt.        <\/p>\n<p><strong>Andere luwische Dialekte wie Lydisch, Lykisch und Karisch<br \/>\n<\/strong>Die Hethiter sind verschwunden. Phryger wandern in Kleinasien ein. W\u00e4hrend der fr\u00fchen Eisenzeit sprechen die meisten Menschen in Anatolien weiterhin Luwisch. Lykisch ist ein luwischer Dialekt \u2013 genauso wie Lydisch, Sidetisch und Karisch. Ist Q\u03bbd\u00e3n\u015b wirklich Apollo? Kleine \u00c4nderungen in der Lesart des Luwischen haben eine gro\u00dfe Wirkung. Sidetisch besteht zur H\u00e4lfte jeweils aus ph\u00f6nizischen und zypriotischen Zeichen. Sidetisch ist eng mit Lykisch B verwandt. Manche Untersuchungen zum Karischen sind fragw\u00fcrdig. Karisch enth\u00e4lt kypro-minoische Zeichen. Schriftsysteme vermischen sich untereinander! Griechisch wird \u00fcberbewertet.          <\/p>\n<p><strong>S\u00fcdwestiberisch ist Keltisch<br \/>\n<\/strong>Das S\u00fcdwestiberisch ist \u00e4lter als die Alphabete in Griechenland und Anatolien. Ein Bed\u00fcrfnis, teilweise Silbenschrift anzuwenden. Einfl\u00fcsse aus Zypern. Die Sprache ist keltisch, aber die Transkription muss korrigiert werden. Ein Zinnmeister tritt auf. Die Ph\u00f6nizier gr\u00fcndeten H\u00e4fen in S\u00fcdspanien, wo man Keltisch sprach.     <\/p>\n<p><strong>Etymologie oder keine Etymologie \u2013 das ist hier die Frage<br \/>\n<\/strong>In der Linguistik gibt es keine Ans\u00e4tze alter Schule. Die Verwendung der Etymologie ist in den indogermanischen Studien g\u00e4ngige Praxis. Sprachen unterscheiden sich voneinander, beeinflussen sich aber auch gegenseitig. Luwisch \u00fcbte nach dem Ende der Bronzezeit einen nachhaltigen Einfluss aus. Wie alles miteinander verbunden war: ein \u00dcberblick \u00fcber die Entwicklung der Schriftsysteme im 2. Jahrtausend v. Chr. Welche Fragen sind noch offen? Die Bedeutung historiographischer Quellen. Von Centum- und Satem-Sprachen. Warum sind Fehler hilfreich? In welchen Bereichen Freds Interpretationen bereits best\u00e4tigt wurden. Ist die gesamte europ\u00e4ische Arch\u00e4ologie eurozentrisch? Wie geht es weiter?           <\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Lebenswerk des im September 2021 verstorbenen Forschers Frederik Woudhuizen besteht aus 25 B\u00fcchern und \u00fcber 100 wissenschaftlichen Artikeln. Woudhuizen hat Entzifferungen f\u00fcr Schriftsysteme vorgeschlagen, die allgemein als nicht entziffert gelten, darunter die kretischen Hieroglyphen, die Byblos-Schrift, Linear A und die kypro-minoische Schrift. Praktisch alle Arbeiten Woudhuizens stehen miteinander in einem Zusammenhang, so dass sich [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":15600,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"elementor_theme","format":"standard","meta":{"iawp_total_views":36,"footnotes":""},"categories":[70],"tags":[],"class_list":["post-17505","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-nachrichtenarchiv"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/luwianstudies.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17505","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/luwianstudies.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/luwianstudies.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/luwianstudies.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/luwianstudies.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=17505"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/luwianstudies.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17505\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":23729,"href":"https:\/\/luwianstudies.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/17505\/revisions\/23729"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/luwianstudies.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/15600"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/luwianstudies.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=17505"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/luwianstudies.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=17505"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/luwianstudies.org\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=17505"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}